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DRK-Ortsverein Aidlingen
Buchhaldenstraße 28
71134 Aidlingen
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Die Anfänge

Gemeinderatsprotokoll vom 24. Oktober 1929

Im Herbst 1928 wurde mit 14 Ehninger Feuerwehrleuten ein Sanitätskurs zum Erlernen der fachgerechten Erstversorgung von Verletzten durchgeführt. Der Kurs wurde von der Rot Kreuz Sanitätskolonne Vaihingen und Herrn Dr. Heinrich Harpprecht, Holzgerlingen geleitet.

Man traf sich im laufenden Jahr regelmäßig zu Sanitätsübungen und Unterrichtsstunden. Die lose Gruppe wurde dann am 06.08.1929 zu einer „Lehrabteilung“ des Roten Kreuzes erhoben. Somit war die erste Sanitätskolonne (Ehningen) im Bezirk Böblingen entstanden. Die offizielle Gründungsversammlung wurde am 13.09.1929 im Adlersaal in Ehningen abgehalten.

An einem weiteren Ehninger Winterkurs 1929/30 sollten sich auch Bürger aus den Nachbargemeinden beteiligen, um eine Verbreitung des Sanitätswesens auf dem Lande voranzubringen. Die Gemeinderäte on Deufringen und Aidlingen wurden angehalten dieses Vorhaben zu unterstützen. Durch den jeweiligen Leiter der freiwilligen Feuerwehr konnten dann zehn Aidlinger und drei Deufringer für diesen Kurs gewonnen werden. Es waren, wie in Ehningen, fast ausschließlich Feuerwehrleute.

Diese dreizehn Personen nahmen am Sanitätskurs in Ehningen teil und legten am 07.09.1930 ihre Aufnahme-Prüfung für den Anschluss an den Landesverband der württembergischen freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Stuttgart ab. Es waren namentlich aus Aidlingen: Friedrich Jocher, Paul Eisenhardt, Gustav Wellinger, Friedrich Betz, Friedrich Theurer, Karl Zweigart, Albert Hahn, Georg Benz, Frieda Bäßler geb. Hahn, Gotthilf Theurer. Aus Deufringen: Erwin Walz, Gottlob Döffinger, Karl Zimmermann.

Untergeordnet der offiziell gegründeten Ehninger Sanitätskolonne bildeten die ersten Teilnehmer von Aidlingen und Deufringen so genannte Untergruppen oder auch Ortsgruppen.

Die Jahreshauptversammlungen fanden in Ehningen statt, wobei Abgeordnete der einzelnen Ortsgruppen teilnahmen. Diese kamen von Holzgerlingen (anfänglich) Darmsheim, Deufringen und Aidlingen. Jede Ortsgruppe hatte seine eigene Kasse und führt selbstständig Spendensammlungen im Ort durch.

Einmal im Jahr wurde eine gemeinschaftliche Übung der gesamten Sanitätskolonne Ehningen durchgeführt.

Ab dem Jahre 1936 werden die Unterlagen spärlicher. Hier stützen sich unsere Auskünfte hauptsächlich auf Zeitzeugen. Im April 1938 wurde durch die Gemeinde Aidlingen den Sanitätern in Aidlingen ein Zuschuss von 30,- RM gewährt, damit sie die Rotkreuz-Uniformen abändern lassen konnten.

Durch ein Reichgesetz vom 09.12.1937 änderte sich die Situation für das Deutsche Rote Kreuz. Durch die Machtübernahme der NSDAP und der zunehmenden Gleichschaltung aller Organisationen wurde das Rote Kreuz mehr und mehr für die Zwecke der Partei missbraucht.

Vorbereitend für einen eventuellen Krieg wurden vor allem Frauen als Sanitätshelferinnen zur Versorgung von Kriegsbeschädigten, Kriegsgefangenen und Kriegsverwundeten ausgebildet.

Nach dem Krieg

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es so gut wie keine Rotkreuzarbeit mehr am Ort. Nur einzelne Personen nehmen sich der Hilfsbedürftigen und Hilfesuchenden an. Besonders Hilde Schwin, Mitarbeiterin und „gute Seele“ im Rathaus, trug durch ihr großes soziales Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz zur Linderung der Not Aidlinger Bürger, vor allem auch für die Flüchtlinge, die hier unterkamen, bei.

Das Deutsche Rote Kreuz wurde 1951 in Deutschland wieder stattlich anerkannt und neu strukturiert. Somit war der Weg geebnet für einen Neubeginn der Ortsgruppe in Aidlingen. Durch die Initiative einiger Bürger wurde der Ortsverein neu organisiert und nahm 1952 offiziell die Arbeit wieder auf. Das DRK - Aidlingen, als eigenständiger Ortsverein wurde dem DRK-Kreisverband Böblingen untergeordnet.

Dem „neuen“ Ortsverein schlossen sich auch Bürger aus Deufringen an, so dass sich in Deufringen nach dem Krieg keine eigenständige Bereitschaft mehr bildete.

Dr. Beno Kubin bekleidete in den ersten Jahren des „neuen“ Roten Kreuzes dass Amt des 1. Vorsitzenden. Die Bereitschaft leitete damals Gotthilf Löffler (Dede) und Hilde Schwin. Das Amt des Kassiers war Hermann Walker anvertraut. Bereitschaftsarzt war Dr. Richard Walker.

Bereits 1953/54 fing man mit der Jugendarbeit an. Unter der Leituhg von Franz Knötig machte diese anfänglich große Fortschritte.

Sanitätskurse für die Bevölkerung, Sportplatzdienste, Haus- und Straßensammlungen, Besuche in der Anatomie in Tübingen, Übungen und die allwöchentlichen Bereitschaftsabende, Erste-Hilfe-Kurse und später auch Blutspendetermine standen auf dem Jahresprogramm. Damals war die DRK-Gruppe mit ihren Gerätschaften in einem Raum der neu erbauten Buchhaldenschule untergebracht. Um die Vereinskasse aufzubessern, wurden Kerzen selbst gezogen und verkauft.

Trotz verschiedenster Aktivitäten und interessanter Unternehmungen konnte sich der Ortsverein in der Bevölkerung nicht richtig etablieren. Man war ständig auf der Suche nach Leuten, die an einem Ersten -Hilfe- oder Sanitätskurs teilnehmen wollen.

Bereits nach 10 Jahren stagnierte die Anzahl der Bereitschaftsmitglieder. Es wurde immer schwieriger, die ehrenamtlichen Aufgaben zu bewältigen.

Es fanden sich leider keine Mitbürger, die bereit gewesen waren, sich in den Dienst des Roten Kreuzes zu stellen. Die örtliche Bereitschaft konnte deshalb nur noch vereinzelt den Sanitätsdienst auf dem Sportplatz durchführen. Sogar eine Feuerwehrhauptübung musste ohne das DRK stattfinden, da keine Bereitschaftsmitglieder da waren.

So kam die Arbeit zwischen 1962/63 zum Erliegen. Am 09.10.1964 wurde Gotthilf Löffler zum kommissarischen Vorsitzenden bestimmt, um wenigstens eine völlige Aufhebung des Ortvereins zu verhindern. Eine Zeitlang wurde der OV - Aidlingen sogar nur provisorisch beim Kreisverband Böblingen geführt.

Ein zweiter Neubeginn

Bürgermeister Martin Häge war es zu verdanken, dass der Ortsverein Aidlingen eine Renaissance erlebte. Am 14.09.1967 wurde durch einen Aufruf in den Aidlinger Ortsnachrichten und durch Anschreiben verschiedener Personen zu einer Versammlung am 16. September 1967 ins Gasthaus Lamm eingeladen, um einen Neubeginn der Arbeit des DRKs in Aidlingen zu gestalten.

Bereits in dieser „Wiederaufnahe“ – Versammlung fanden sich auf Anhieb 14 Personen die sich aktiv an einer Rotkreuz – Gemeinschaft beteiligen wollen. Auf einer Personenliste vom 01.10.1967 waren es dann schon 22 Personen, die sich dem Verein ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben.

Aktiv, mit großem Idealismus und Engagement, ging man ans Werk. Im April 1968 wurde wieder eine Straßensammlung organisiert. Am 02.12.1968 wurde in der Buchhaldenschule der erste Blutspendetermin durchgeführt.

20 Tage später fand der 1. Seniorennachmittag in Aidlingen statt. Erwin Haug nahm im März 1970 die Jugendarbeit wieder auf.

In den folgenden Jahren sind zu den bereits genannten DRK – Aufgaben weitere hinzugekommen; z.B. die Seniorengymnastik, der Seniorenmittagstisch, die Helfer – vor – Ort Gruppe, die Breitenausbildung und das Helferteam für das HAUS am ZEHNTHOF.

So hat sich rückblickend, trotz Krieg und manch personeller Durststrecke der Rotkreuz – Gedanke in Aidlingen mehr und mehr verbreitet. Der Ortsverein Aidlingen ist heute zu einem festen Bestandteil der Gemeinde geworden. Mit seinen vielen sozialen Tätigkeiten und Aufgaben, welche die große Anzahl ehrenamtlicher Helfer/innen leisten, ist der nicht mehr aus unserer Gemeinde wegzudenken.

Festschrift zum 75 jährigen Jubiläum (2004)

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